Berlin: Tagung der GTKos während der SHOWTECH 2011

Berlin ist im Juni eine Reise wert!

Nur noch wenige Tage bis zur Tagung der Kostümschaffenden und Kostümbildner.

Die Gesellschaft der Theaterkostümschaffenden (GTKos) lädt im Rahmen der SHOWTECH 2011, die vom 7. bis 9. Juni in Berlin stattfinden wird, zu ihrer 3. Tagung ein.

Folgende Termine möchte ich Kostümbildnerinnen und Kostümbildnern besonders ans Herz legen:

Mittwoch, 08.06.2011: 10:30 bis 13:00 Uhr
Gesamtveranstaltung mit Vorstellung der Ämter und Wahlen

Donnerstag, 09.06.2011: 14:30 Uhr bis 18:00 Uhr
Fachgruppentagung der Kostümbildner/-innen

Weitere Informationen gibt es hier.

Für die SHOWTECH 2011 siehe hier.

Die Alexander McQueen-Retrospektive „Savage Beauty“ in New York

Leider kann ich nicht nach New York reisen, um mir die Retrospektive Savage Beauty anzusehen.

Für mich war Alexander McQueen ein hervorragender Kostümbildner und ein außergewöhnlicher Modedesigner. Seine Kollektionen erzählen Geschichten, die aus Dramen und Tragödien stammen könnten.

Savage Beauty ist bis zum 31. Juli 2011 im Metropolitan Museum of Art in New York zu sehen.

Hier ein Präsentationsvideo des Costume Institute Metropolitan Museum of Art (siehe hier).

Berlin: Original und Kopie

Die Studierenden des Hauptstudiengangs Kostümbild der Universität der Künste Berlin bewegten sich in diesem Wintersemester 2011 in dem kulturgeschichtlichen Rahmen Europas des 16. bis 17. Jahrhunderts.

Der Fokus war dabei auf die Spanische Weltmacht gerichtet, die mit Kaiser Karl V., König von Spanien, ausgebaut, mit Philipp II., seinem Sohn konsolidiert, von Philipp IV., seinem Urenkel gehalten und mit Carlos II., seinem Ururenkel zu Ende ging.

Diese Generationsfolge der Habsburger Familiendynastie war maßgeblich an der politischen und religiösen Entwicklung der nachfolgenden 150 Jahre beteiligt. Ihre Herrschaft erstreckte sich über Spanien, Burgund, Italien, Österreich, Belgien, die Niederlande und die spanischen und portugisischen Kolonien in Amerika. Mit der Reformation sahen sie ihren Einflußbereich schwinden und gingen in Spanien und ihren besetzten Gebieten grausam gegen die sich bekennenden Protestanten vor. Die Inquisition war das ausführende und kontrollierende Organ für den katholischen Glauben mit dem Ziel eine katholische Universalmonarchie zu konstituieren. Dies spiegelte sich auch im spanischen Hofzeremoniell und in der spanischen Hofmode wieder, die in ganz Europa ihren Einfluss geltend machte. Die Menschen von Rang und Namen, in schwarzen steifen Materialien gekleidet, den Körper verbergend, zu geometrischen Formen stilisiert, wollen den Blick des Betrachters auf Hände und Haupt lenken.

Der Studiengang machte sich auf die kunstgeschichtliche Spurensuche dieser Epoche in das Museo Nacional del Prado nach Madrid auf.

Dort waren die Repräsentanten der vergangenen Spanischen Weltmacht zu finden, gemalt von ihren Zeitgenossinnen und Zeitgenossen Sofonisba Anguissola, Tizian, Alonso Sánchez Coello, Anthonis Mor, Velazquez und Juan Bautista Martinez del Mazo. Die großen Künstler hatten den Auftrag sie zu malen, um in den besetzten Gebieten und den spanischen Kolonien, wenn nicht körperlich so doch als Abbild präsent zu sein.

Es entstanden Skizzen und Zeichnungen, um der portraitierten Person, der Haltung des Körpers, seiner höfischen Kleidung und den die Figur umgebenden Raum im Bild näher zu kommen.

Mit diesen Forschungsergebnissen gingen die Studenten in die Entwurfsphase, um nach den Originalen eine eigenständige Übersetzung zu erarbeiten.

Während der Realisierungsphase entstanden individuelle Konzepte, die in all ihren Ansätzen Neuschöpfungen sind und in einer Fotoserie vom Fotografen Bert Loewenherz dokumentiert wurden.

Entwurf und Realisation
Julia Denzel, Kerstin Grieshaber, Marie Jaksch, Sophie Klebba, Nora Ligus, Anne-Marie Miene, Thekla Onken, Lea Reusse, Carolin-Marietta Schogs, Hsin-Hwuei Tseng

Leitung: Florence von Gerkan, Dramaturgie: Antje Kaiser, Entwurfsbetreuung: Andrea Riedel, Gewandmeisterin: Barbara Carbonell, Maskenbild-Betreuung: Pedro Rubio Caceres, Technik und Licht: Adel Gamehdar, Assistent: Konstantin Antelmann

Darsteller: Konstantin Antelmann, Camille von Gerkan, Martha Kasianova, Linn Reusse, Julia Schumann und Vladimir

Fotos: Bert Loewenherz

Margarita Teresa von Spanien

Margarita Teresa von Spanien

Weitere Fotos sind hier als PDF veröffentlicht.

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Sammlung Modebild – Lipperheidesche Kostümbibliothek (Berlin): The Rise of the Fashion Exhibition

Im Kunstgewerbemuseum Berlin findet am Freitag den 30. April 2011 ein internationaler Vortrag zu historischer Kleidung und Mode unter dem Titel: The Rise of the Fashion Exhibition statt.

Referentin: Valerie Steele, Museum at the Fashion Institute of Technology, New York

Vortrag in englischer Sprache

Moderation und Konzeption: Dr. Adelheid Rasche, Sammlung Modebild

Ort: Kunstgewerbemuseum

Treffpunkt: Vortragssaal des Kulturforums

Beginn ist um 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Berlin: Gewänder für das Nô-Theater

Die Ausstellung Gewänder für das Nô-Theater, die vom 19. Januar bis zum 1. Mai 2011 in den Museen Dahlem Berlin zu sehen ist, präsentiert sowohl alte wie auch moderne Gewänder und Textilmuster aus dem Besitz des Sato Yoshihiko Memorial Yamaguchi Noh Costume Research Center in Kyoto.

Im Rahmen der Ausstellung findet folgendes Begleitprogramm statt:

Freitag, den 28.01.2011
18:00 Uhr: Nô-Gewänder in der Inszenierung (Yamaguchi Akira, Direktor des Sato Yoshihiko Memorial Yamaguchi Noh Costume Research Center)
Ort: Großer Vortragssaal der Museen Dahlem, Lansstr. 8, 14195 Berlin

Sonntag, den 10.04.2011
15:30 Uhr: Kimono-Modenschau des Kimonosalons HANAGOROMO, Berlin.
Ort: Foyer, 1. OG, Eingang Museen Dahlem, Lansstr. 8, 14195 Berlin

Freitag, den 29.04.2011
18:00 Uhr: Über die Herstellung von Nô-Gewändern (Yamaguchi Tomoko, Kuratorin des Sato Yoshihiko Memorial Yamaguchi Noh Costume Research Center)
Ort: Großer Vortragssaal der Museen Dahlem, Lansstr. 8, 14195 Berlin

Hier ein kurzer Film über traditionelle Masken, die zu den Gewändern des Nô-Theaters getragen werden:

Kostümfundus für alle freien Theater, Tanz- und Performancegruppen

Initiative gemeinsamer Kostümfundus Berlin

Muriel Nestler, Bühnen- und Kostümbildnerin hat die wunderbare Idee einen Kostümfundus in Berlin zu gründen.

Die Räume für das Lager und den Leihfundus könnten im Künstlerhaus Bethanien in Berlin Kreuzberg eingerichtet werden.

Um diese Idee von einem gemeinsamen Fundus der freien Theaterschaffenden von Berlin finanziell auszuformulieren und ihre Realisierbarkeit zu überprüfen, sowie die mögliche Anzahl der Interessenten zu ermitteln, bräuchte Muriel Nestler ein Feedback, ob und unter welchen Umständen dich/euch eine Mitgliedschaft oder die Nutzung interessiert.



Veröffentlicht unter Aufruf

Historisches Museum Saarbrücken: Silhouettenwechsel. Mode sprengt Mieder

Die Ausstellung Mode sprengt Mieder – Silhouettenwechsel fand im Frühjahr 2010 im Münchner Stadtmuseum statt.

Nun gibt es eine weitere Gelegenheit, die Entwicklung des Mieders an Originalexponaten im Historischen Museum Saarbrücken vom 21.11.2010 bis 13.03.2011 zu betrachten (siehe hier).

Promenadenkostüm, um 1893/95, Seide, Wolle, getragen von Kaiserin Elisabeth von Österreich, genannt „Sisi“ © Münchner Stadtmuseum

Gesellschaftskleid um 1900/03, Detail, Seide, Seidenspitze, getragen von Frau Bohlen-Halbach Aufnahme: Thomas Rößler © Historisches Museum Saar

Zu empfehlen ist der dazu erschienene Katalog.

Isabella Belting: „Mode sprengt Mieder – Silhouettenwechsel“
144 Seiten, 77 Farbtafeln, 78 farbige und 8 schwarz-weiße Abbildungen
Hirmer Verlag, München 2009
€ 29,90 / SFR 53,50
ISBN 978-3-7774-2491-0

22. Internationale Tanzfest in Berlin

Tanz im August

Vom 19. August bis 03. September 2010 sind insgesamt 38 Produktionen aus 19 Ländern auf dem größten Tanzfestival in einer Werkschau des zeitgenössischen Tanzes auf den Bühnen Berlins zu sehen.

Für Interessierte, die während des Tanzfestivals nicht in Berlin sein können, möchte ich drei Videos vorstellen, die Einblicke in das Programm geben.

Deserve – Jorge Leon & Simone Aughterlony – Kunstenfestivaldesarts 2010

Gardenia : les ballets C de la B / Alain Platel / Frank Van Laecke (c) Peter Monsaert

Manta – les ballets C de la B – Alain Platel & Frank van Laeke

„schuhtick“-Ausstellung in Mainz

Nach Stationen im LWL-Museum für Archäologie in Herne sowie im Übersee-Museum Bremen ist die Sonderausstellung schuhtick. Von kalten Füßen und heißen Sohlen ab morgen – also ab dem 27. Juni 2010 – bis zum 9. Januar 2011 im Landesmuseum Mainz zu sehen.

Ein Begleitbuch ist im Verlag Philipp von Zabern erschienen.

Sammlung Modebild – Lipperheidesche Kostümbibliothek (Berlin): Christopher Breward

Wie bereits angekündigt, findet morgen – also am 25. Juni 2010 – in der Vortragsreihe MODE Thema MODE folgende Veranstaltung statt:

Christopher Breward (Victoria & Albert Museum, London): Fashioning the Modern Self: Dress, Identity and the Cavalier

Veranstaltungsort ist der Vortragssaal des Kulturforums Potsdamer Platz (Matthäikirchplatz, 10785 Berlin).

Beginn ist 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

„schuhtick“- Ausstellung in Mainz

Die Ausstellung „schuhtick“ -Von kalten Füßen und heißen Sohlen- ist ab dem 27. Juni 2010 bis zum 9. Januar 2011 im Landesmuseum Mainz zu sehen.

Ein Katalog ist im Verlag Philipp von Zabern erschienen.

Diese internationale Sonderausstellung erzählt Schuhgeschichten durch alle Zeiten und über Kontinente hinweg und ist ein interdisziplinäres Kooperationsprojekt zwischen dem LWL-Museum für Archälogie, dem westfälischen Landesmuseum Herne, den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim und dem Überseemuseum Bremen.

Zu dieser Ausstellung ist ein wunderbarer Katalog erschienen, der den Leser in die Entwicklungs- und Kulturgeschichte des Schuhs einführt.

24 Aufsätze von verschiedenen Autoren widmen sich in unterschiedlicher Sichtweise dem menschlichen Schuhwerk, wobei sowohl die biologischen Voraussetzungen und die produktionstechnischen Besonderheiten als auch kunst- und kulturwissenschaftliche Überlegungen mit einfließen.

Erster Forschungsgegenstand sind archäologische Funde aus der Jungsteinzeit bis ins Mittelalter. Dadurch entdecken wir den Bastschuh aus der Zeit des Siedlungsbaus, die Sandale und den Militärstiefel aus dem Römischen Reich und den einfachen Schnürschuh des Mittelalters. In diesen Zeiten bewegte sich der Mensch auf flachen Sohlen fort, wobei ab dem 6. Jahrhundert nach Chr. der soziale Rang an den Verzierungen am Schuhwerk abzulesen war.

Mit einem Zeitsprung ins 17. und 18. Jahrhundert befinden wir uns dann in der höfischen Gesellschaft des späten Barocks, des Rokoko und während und nach der französischen Revolution, wovon feines Schuhwerk aus Schuhsammlungen der Museen Zeugnis ablegen. Seit dem 17. Jahrhundert war der Absatz vorerst an den Reitstiefeln zu finden und hielt dann Einzug in die höfische Mode in der Zeit von Ludwig XV.

In der Nachkriegszeit im 20. Jahrhundert herrschte Schuhnot. Einfallsreichtum war gefragt und es wurden Schuhe aus Jute, Stroh und Fallschirmseide hergestellt, dem folgte für kurze Zeit der robuste “Jedermanschuh” für Erwachsene und Kinder.

Mit dem Wirtschaftsaufschwung beginnt eine mannigfaltige Formgebung in der Schuhherstellung. Aufsätze verdeutlichen die Entwicklung von Schuh-Ikonen, des Schuhes als Fetisch und des Maßschuhes als zweite Haut.

In diesem Katalog findet man als Kostümbildner/-in reichen Lesestoff über den Schuh als Lebens- und Überlebensmittel und über seine vielfältige Bedeutung als Status- und Machtsymbol.

Herausgeber Hartmut Roder „schuhtick“. Von kalten Füßen und heißen Sohlen
212 Seiten, 161 Farb- und 45 Schwarzweißabbildungen
Verlag Philipp von Zabern 2008
€ 29,90 / SFR 49,90

ISBN 978-3-8053-3938-4