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Dieser von Andrea Riedel gegründete und geleitete Blog bringt Informationen für Kostümbildner/-innen und andere Bühnenschaffende.

Darüber hinaus bietet das Kostümforum im Bereich Bühne und Film tätigen Menschen die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen.

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Internationaler Tag des Hutes: Interview mit der Designerin Nada Quenzel: „Jeder kann Hut tragen”

Internationalen Tag des Hutes am 25. November 2020

Sebastian Thiel nimmt den „Internationalen Tag des Hutes” zum Anlass Nada Quenzel, Hut- und Fotodesignerin über ihre Lust am Hut und am Fotografieren, zu befragen.

Einen Hut zu tragen, was macht das mit einem Menschen?
Man fühlt sich anders, steht und geht anders. Ein Hut richtet einen auf. Als Fotografin sehe ich auch den optischen Effekt. Beim Auswählen von Porträtfotos nach Shootings bin ich oft verblüfft, wie ein Hut einen Menschen verwandelt. Manchmal wirkt das Model nur mit Hut komplett, ohne, irgendwie nackt und unvollendet. Auch die Wirkung der verschiedenen Hutformen ist unglaublich spannend.
Sie sind Fotografin und Hutdesignerin – eine ungewöhnliche Kombination.
Das stimmt, doch beide Metiers ergänzen sich wunderbar. Als Fotografin interessiert mich der Mensch, das Gesicht, die Persönlichkeit. Als Hutdesignerin beschäftige ich mich mit dem gleichen Thema auf anderer Ebene. Ein Porträtfoto erzählt von der Persönlichkeit eines Menschen. Das tut auch ein Hut. Und wenn ich Hüte designe, denke ich immer auch als Fotografin.
Was kam für Sie zuerst: die Fotografie oder das Hutdesign?
Vielleicht könnte man es besser so sagen: Beides ist aus einer gemeinsamen Wurzel gewachsen. Ich habe in Heiligendamm Produktdesign studiert. Dabei spielte die Fotografie eine wichtige Rolle. Die Hochschule ist vom Bauhaus geprägt. So bekam ich auch eine solide handwerkliche Basis gelegt. Nach dem Diplom habe ich neun Jahre als Fotodesignerin gearbeitet, bevor ich mich an die Hutmacherei herangetastet habe.
Was gab den Impuls?
Nun, die Fotografie hatte sich in den Jahren seit meinem Diplom im Jahr 2003 radikal verändert. Die Digitalisierung hat eine Bilderflut ausgelöst, in der das anspruchsvolle Bild untergeht. Ich wollte nicht einfach mitschwimmen. So habe ich nach neuen Formen der Verwirklichung als Produktdesignerin gesucht. Ich hatte auch Lust, wieder mehr mit meinen Händen zu arbeiten, anstatt immer nur Pixel zu schieben.
Und warum Hutmacherei?
Der Hut faszinierte mich, weil er mir als Designerin so ein unglaublich breites Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Außerdem wollte ich wissen, ob es möglich ist, ihn aus den Vitrinen zurück in den Alltag zu bringen. War der Hut wirklich nur noch als Accessoire für Exzentriker zu gebrauchen? Könnte er nicht viel mehr sein? Diese Fragen beschäftigten mich. Und dann habe ich mich in das Thema gestürzt. Das war etwa 2012.
Kein Handwerk ohne Meister. Wer hat Sie in der Kunst der Hutmacherei unterwiesen?
Das war die erste Hürde! Es war schwer, jemanden zu finden, von dem ich lernen konnte. Das Handwerk war am Aussterben. Letztlich habe ich eine Hutmacherin mit Theaterhintergrund in Solingen gefunden, die mir das Basiswissen vermittelt hat – Materialien, Werkzeuge, Techniken – und den Mut damit kreativ zu sein.
Wie war das, zum ersten Mal einen selbstgefertigten Hut in den Händen zu halten?
Sehr beeindruckend! Meinen Erstling habe ich noch. Es ist ein schwarzer, eher androgyner Damen-Fedora. Ich war damals unheimlich stolz darauf. Heute würde ich ihn allerdings anders gestalten. Er ist eigentlich viel zu hoch. (lacht)
Wie entsteht eigentlich ein Hut?
So wie ich es praktiziere, ist das aufwändige Handarbeit. Am Anfang steht der Rohling, der sogenannte Hutstumpen. Das ist zunächst eine ziemlich formlose Haube. Der Stumpen wird auf dem Hutweiter erhitzt, bis er weich und formbar ist. Dann ziehe ich den Rohling auf eine Holzform auf, wo er trocknet und abkühlt. Anschließend nähe ich das Hutband ein. Das ist das Grundprinzip, das je nach Modell variiert. Im Durchschnitt sitze ich einen Tag an einem Hut.
NadaQuenzelHutdesign3©NadaQuenzel

NadaQuenzelHutdesign3©NadaQuenzel

NadaQuenzelHutdesign2©NadaQuenzel

NadaQuenzelHutdesign2©NadaQuenzel

Wie viele Modelle haben Sie im Repertoire?
Derzeit etwa 200. Der Gestaltungsspielraum ist schier unerschöpflich. Die Grundform, die Materialien, die Farbe, die Form der Krone – also des Kopfteils –, die Breite und Biegung des Randes, bei Kappen die Größe und Form des Schirmes: Damit kann man spielen. Charakteristisch für meine Hüte sind markante, klare Formen, die ihrem Träger eine Silhouette verleihen.
Welche Materialien setzen Sie ein?
Für Sommerhüte vor allem Stroh und Papiergarn auch Sisal und Parasisal, selten auch Bao – ein Garn aus den Fasern des Affenbrotbaumes – sowie Seegras. Für Winterhüte verwende ich nur feinsten Kaninchen-Haarfilz in den Qualitäten Glatthaar, Velours und Melousine. Haarfilz ist ein besonders edles und strapazierfähiges Material – sehr weich, schön warm und äußerst formstabil, außerdem auch wind- und wasserabweisend.
Sie arbeiten gern mit historischen Materialien.
Ja, das ist wirklich etwas Besonderes. Ich habe schon Hutstumpen aus den 1940er und 1950er Jahren verarbeitet. Solche Raritäten bekommt man nur selten in die Hände. Entsprechend schwer sind sie zu finden. Übrigens sind auch einige meiner hölzernen Hutformen sehr alt. Mich reizt die Möglichkeit, das traditionelle Handwerk in einen modernen Kontext zu setzen.
Was ist das Besondere an den alten Hutstumpen?
Beim Filz ist es oft die überragende Qualität, die Regelmäßigkeit, die seltene Farbigkeit. Beim Stroh sind teilweise sehr feine, sehr aufwendige Flechttechniken darunter, die schon lang nicht mehr praktiziert werden. Besondere Schätze in meinem Fundus sind antike Rohlinge für die weltberühmten Florentiner Hüte. Einzigartig an diesen Hüten war ihr Aufbau aus miteinander verkettelten Weizenborten. Solche Stumpen werden seit fast 70 Jahren nicht mehr hergestellt!
Sie beschäftigen sich derzeit mit Naturfarben.
Ja, dazu hat mich ein Besuch in Japan inspiriert. Dort gibt es eine sehr eindrucksvolle Tradition des Färbens mit Pflanzenfarben. Davon können wir viel lernen. Ich habe mit einer befreundeten Künstlerin schon einige sehr schöne Ergebnisse mit Avocado, roter Zwiebel und Hundskamille erzielt.
Was inspiriert Sie?
Das kann alles Mögliche sein. Ein alter Film, ein Gemälde, ein Anblick auf der Straße vor meinem Atelier, die Struktur oder Farbigkeit einer Fassade. Wenn ich unterwegs bin, versuche ich wachsam zu sein, Ideen sofort zu Papier zu bringen. Außerdem verfolge ich die führenden internationalen Modeevents sehr aufmerksam, wie die Fashion Weeks in Paris, London oder New York, und natürlich auch die London Hat Week – entweder vor Ort oder aus der Ferne.
Kommt der Hut zurück?
Klares Ja. Ich sehe heute auf der Straße deutlich mehr Hüte als noch vor zwei Jahren. Auch bei Messeauftritten spüre ich ein riesiges Interesse. Es gibt eine neue Lust daran, nicht nur eine neue Frisur zu tragen, sondern auch eine Kopfbedeckung. Der Hut legt gerade sein Image des Exzentrischen ab. Er wird wieder eine normale Möglichkeit, sich zu gestalten – neben Pullover, Schuhen oder Handtasche.
Welche Modelle sind derzeit besonders gefragt?
Sommerliche Strohhüte und Kappen sind generell am beliebtesten. Der Sommerhut ist für viele die erste Berührung in die Hutwelt. Bei den Winterhüten sind eher die klassischen Modelle gefragt – zurzeit werden interessanterweise gern Signalfarben wie feuerrot, royalblau oder goldgelb genommen. Das finde ich spannend. Es zeigt ein neues Selbstbewusstsein der Hutträgerinnen.
NadaQuenzelHutdesignLou©NadaQuenzel

NadaQuenzelHutdesignLou©NadaQuenzel

NadaQuenzelHutdesignJel©NadaQuenzel

NadaQuenzelHutdesignJel©NadaQuenzel

Kann jeder Mensch Hut tragen?
Natürlich. Wer gern Hut tragen möchte, wird auch einen finden, der zu ihm passt. Ich komme auf Messen immer wieder mit Frauen ins Gespräch, die behaupten, dass ihnen Hüte nicht stehen. Meistens zeigt sich, dass sie bislang einfach immer zum falschen Modell gegriffen haben. Viele tragen dann zum ersten Mal einen Hut, der ihnen steht. Das ist schon ein besonderer Moment.

Haben Sie auch Lust auf eine Kopfbedeckung bekommen?

Hier können Sie zu Nada Quenzel Kontakt aufnehmen.

Allianz der Freien Künste: „Ohne ernstzunehmende Nachbesserung ist den Soloselbstständigen nicht geholfen”

Unter der Allianz der Freien Künste vereinen sich 19 organisierte Bundesverbände. Diese Verbände vertreten die berufsrelevanten und kulturpolitischen Interessen ihrer künstlerisch freischaffenden Mitglieder.

In einer Pressemitteilung fordert die Allianz der Freien Künste die Bundesregierung auf, die Solo-Selbständigen mit einem existenzsichernden Pauschalbetrag für den November und Dezember 2020 zu unterstützen. Auch sollten bei solchen wirtschaftlichen Krisen die Expertise von Fachverbänden mit einbezogen werden, um ernstzunehmende Nachbesserungen der angekündigten Hilfen festzulegen.

Hier geht es auf die Seite der Allianz der Freien Künste.

Hier die ausführliche Pressemitteilung auch zum Download.

Download (PDF, 130KB)

Berlin: Stellenausschreibung Kostümfundus Theaterkunst

Eingegangen am 04.11.2020

Der Kostümfundus Theaterkunst bietet ab 01. Januar 2021 eine Arbeitsstelle für die Inventarisierung von Kostümen.

Die ausführliche Stellenausschreibung können Sie als PDF herunterladen.

Download (PDF, 190KB)

Theaterkunst GmbH
Eisenzahnstr. 43 – 44
10709 Berlin

Tel. +49 (0)30 86 47 27-0
Fax +49 (0)30 86 47 27-89
www.theaterkunst.de

Europa: Online Museen – virtuelle Ausstellungsbesuche

Seit diesem Jahr 2020 veröffentlichen Museen und Galerien ergänzende online Präsentationsformate von Ausstellungen und 3D Museums-Rundgänge. Diese Entwicklung haben wir den europaweiten Lockdowns der Covid-19-Pandemie zu verdanken.

Folgende Formate könnten Sie interessieren:

Madrid: Museo del Traje

Virtuelle 3D Tour durch die Ausstellung Extra Moda im Museo del Traje (siehe hier)

Online Präsentation Video zur Ausstellung Extra Moda (siehe hier)

Unter dem Titel EXTRA, MODA! erhalten Sie einen Einblick in die Entstehung der Modezeitschrift in Spanien (siehe hier)

Scotland: National Museums of Scotland

In der Ausstellung Mode können Sie 30 Objekte aus der Welt der Mode aufrufen. Jedes Artefakt erzählt seine eigene faszinierende Geschichte (siehe hier)

Paris 2017: Musée des Arts décoratifs

Dieser Film ist eine Dokumentation über die Ausstellung mit dem Titel Christian Dior, Designer of Dreams, die 2017 im Pariser Musée des Arts décoratifs anlässlich des 70. Geburtstags des Maison Dior stattfand.

In einem thematischen und chronologischen Rundgang erhalten Sie Einblicke in die Haute Couture Schauen des Maison Dior der letzten Jahrzehnte – sowie wertvolle Archivfotos, Skizzen von Monsieur Dior und seinen Nachfolgern.

Hier geht es zu dem Film, der auf YouTube zu sehen ist.

Indigo: Anbau • Färbetechniken • Projekte

Der Originaltitel des Buches Indigo lautet En Handbok om Indigo – Färgning & Projekt bei Natur & Kultur und ist in Schweden erschienen.

Die Autoren Kerstin Neumüller und Douglas Luhanko lieben das traditionelle Textilhandwerk und beide haben sich gefunden, um gemeinsam das Indigo-Färben neu zu entdecken.

Durch ihr Interesse an diesem ca. 4500 Jahre altem Färbe-Handwerk, das auf fast allen Kontinenten der Erde bis heute in verschiedenen Traditionen mit verschiedenen Techniken ausgeführt wird, entstand ein gut geschriebenes und reich bebildertes und illustriertes Fachbuch über die Grundlagen des Färbens mit den Indigofera-Gewächse, dem Färbeknöterich und dem Färbewaid.

Copyright Foto Fredrik Ottosson

Copyright Foto Fredrik Ottosson

Kerstin Neumüller und Douglas Luhanko haben sich nicht gescheut ihre eigenen Indigo- pflanzen im Garten anzubauen, um sie zu ernten und für den Färbevorgang zu fermentieren. Für die Fermentation haben sie verschiedene Rezepte für die verschiedenen Färbe-Küpen ausprobiert, die in ihrem Buch wie Kochrezepte nachzulesen sind und zum Experimentieren einladen. Beschrieben werden Färbevorgänge für Kleidungsstücke, Garne und Textilflächen und da in der Indigo-Färberei, die blaue Farbe erst durch ein Oxidationsprozess mit dem Sauerstoff an der frischen Luft auf der Textilie entsteht, kann man beobachten wie sich die Textilien auf der Leine langsam blau färben.

Das Indigo-Färben erscheint wie ein alchemistischer  Prozess.

Da Indigo ein wasserunlöslicher Stoff ist, kann er nicht direkt zur Färbung eingesetzt werden. Daher muss das Indigo erst einer Reduktion in alkalischer Lösung mit Natriumdithionit unterzogen werden. So wird es wasserlöslich. Dieses wasserlösliche Indigo ist gelblich und nennt sich Leuko-Indigo. Das Gewebe wird mit dem Leuko-Indigo getränkt und an der Luft zum Trocknen aufgehängt. Durch die Sauerstoffzufuhr erfolgt eine Rückoxidation zu Indigo, dem blauen Farbstoff, dessen Moleküle in den Faserfibrillen mehr oder weniger mechanisch haften bleiben.

Die Qualität des pflanzlichen Indigos, die Zusammensetzung der Kübe, die Temperatur und das zu färbende Material beeinflussen den Färbevorgang. Somit fällt die Blau-Färbung unterschiedlich aus und in diesem Zusammenhang geben die Autoren mit ihren Erfahrungen gute Hinweise, um das Färbe-Ergebnis günstig beeinflussen zu können.

Copyright Foto Fredrik Ottosson

Copyright Foto Fredrik Ottosson

Das Tolle an diesem Buch ist auch, dass unter dem Kapitel Projekte traditionelle japanische Reservierungstechniken wie Arashi- und Itajime-Shibori aufgezeigt werden. Traditionelle Muster, die durch die Indigo-Färberei auf den Textilen sichtbar werden. Auch widmen sich die Autoren der japanischen Nutz- und Zierstiche Sashiko in Formen von Moyó-Sashi und Hitome-Sashi. Dahinter verbergen sich traditionelle japanische Stickmuster von Hanfblätter und Kaktusblüten.

Copyright Foto Fredrik Ottosson

Copyright Foto Fredrik Ottosson

Und wer dem Used-Look seiner Jeans überdrüssig geworden ist, findet hier in diesem Buch unter dem Kapitel Flicken und Ausbessern eine Anleitung, wie er seine durchlöcherte Jeans ausbessert, flickt oder schlichtweg durch Zierstiche und Stoff-Flicken zu einem individuellen Artefakt verwandelt.

Zu guter Letzt werden auf einer der letzten Seiten des Buches Bezugsquellen für das Zubehör zum Färben genannt, für all jene Leser und Leserinnen, die keine Möglichkeiten haben ihre Indigopflanzen selber anzubauen.

Aus dem Schwedischen übersetzt von Marie-Luise Schwarz
Redaktion Gisela Witt

140 Seiten, mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen, gebunden

Haupt Verlag

€ 29,90 / CHF 37,00

ISBN 978-3-258-60212-7

Hier geht es zu dem Haupt Verlag.

Online Ausstellung: LOCAL INTERNATIONAL IV – social design + crafts

Online seit 3.9.2020

Eine Gruppenausstellung mit 20 Nachwuchsdesigner/-innen aus Deutschland und Bangladesch.

Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse des bilateralen Modedesign-Austauschprojektes gefördert vom Auswärtigen Amt und in Partnerschaft mit dem Goethe-Institut Bangladesch, der Weißensee Kunsthochschule Berlin, der BGMEA University of Fashion & Technology und des National Crafts Council of Bangladesh.
Inhaltliche Projektleitung, Planung und Konzeption, sowie Betreuung der Teilnehmer/-innen: Heike Selmer, Professorin der Weißensee Kunsthochschule Berlin im Fachgebiet Mode-Design.

LOCAL INTERNATIONAL thematisiert Nachhaltigkeit in der Mode, Partizipation, Fairen Handel und Sozialstandards im Textil- und Bekleidungssektor. Nachwuchs-Mode-Designer/-innen aus Berlin und Dhaka wurden eingeladen, gemeinsam an dem internationalen und digitalen Projekt teilzunehmen, das im Sommersemester 2020 stattfand.

LOCAL INTERNATIONAL motiviert Designer/-innen verantwortungsvoll mit Material und Arbeitskräften umzugehen und im Entwurf das gesamte Produktleben zu bedenken.

Das Projekt schafft ein Bewusstsein für die große Spannbreite der Entscheidungsmöglichkeiten, die Designer/-innen in ihrem zukünftigen Arbeitsleben offen stehen und für die Verantwortung, die sie mit ihrer Arbeit übernehmen.

Hier geht es zu der Ausstellung.

arte.tv: Lee Miller – Supermodel und Kriegsfotografin

Beitrag verfügbar vom 29/08/2020 bis 27/11/2020

60 Min.

Lee Millers Leben war so außergewöhnlich wie ihre Fotos. Sie wurde bekannt für ihr Selbstporträt in Hitlers Badewanne. Als Model der „Vogue“ und Muse der Surrealisten verzauberte sie die Männer durch ihre Schönheit. In der Gesellschaft von Man Ray und Pablo Picasso konnte sie sich leicht behaupten. Miller entschied sich, ihr Leben nach ihren eigenen Regeln zu leben. Bald nahm sie die Kamera selbst in die Hand und war während des Zweiten Weltkriegs eine der wenigen Kriegsfotografinnen in Europa. Heute wird sie als eine der wichtigsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts gefeiert. Von New York zog es sie nach Paris, von Ägypten nach England, von den Schlachtfeldern Europas in ein Landhaus in Sussex – Lee Miller war für rasche Entschlüsse und überraschende Kehrtwendungen in ihrem Leben bekannt.

Über sich selbst schrieb sie einmal: „Aus irgendeinem Grund möchte ich immer lieber woandershin.“

Hier geht es zu dem Beitrag über Lee Miller.

arte.tv: Glanz und Elend der Kurtisanen im Spiegel der Malerei

Verfügbar vom 20/09/2020 bis 17/10/2020

53 Min.

In diesem Beitrag geht es um das “älteste Gewerbe der Welt”. Schon Manet, Degas, van Gogh und Picasso waren fasziniert vom weiblichen Körper und thematisierten in ihren Bildern, wie der weibliche Körper im aufstrebenden Kapitalismus “vermarktet” wurde.

Hier geht es zu dem Beitrag Glanz und Elend der Kurtisanen im Spiegel der Malerei.

arte.tv: Edgar Degas – Der Maler und die Oper

Beitrag verfügbar vom 06/09/2020 bis 12/10/2020

52 Minuten

Der berühmte französische Maler Edgar Degas war Naturalist und Impressionist mit einem Lieblingsthema: die Pariser Oper. Über sein gesamtes Schaffen hinweg von den 1860er Jahren bis zu seinem Tod im Jahr 1917, erscheinen deren Bühne und Tanzsaal, die Tänzer, das Orchester und die Zuschauer in seinen Werken. 

Mit seinen Bildern stellte er die akademische Malerei seiner Zeit infrage und entwarf neue Kunstformen – auch auf die Gefahr hin, mit seiner Modernität zu verstören.

Hier geht es zu dem Beitrag über Edgar Degas.

Open Call: Fundus – Stipendium / 1. Halbjahr 2021

Der KOSTÜMKOLLEKTIV e.V. fördert zweimal im Jahr im Rahmen eines Fundus- Stipendiums Kostümbildner*innen, die eine freie Produktion im Bereich der darstellenden Künste in Berlin realisieren möchten und gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Vorhaben durch die Mittel des Fundus des KOSTÜMKOLLEKTIV e.V. zu besonders günstigen Konditionen umzusetzen.

Interessierte können sich mit Projekten aller Sparten bewerben, die im 1. Halbjahr 2021 (1. Januar bis 30. Juni) durchgeführt werden.

Ausschreibungszeitraum: 1. Oktober bis 15. November 2020
Einsendeschluss: 15. November 2020
Bewerbungsinformationen: Online unter www.kostuemkollektiv.de/pool

Wir freuen uns über Euer Interesse!
Euer KOSTÜMKOLLEKTIV

KOSTÜMKOLLEKTIV e.V.
im Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2 | 10997 Berlin
www.kostuemkollektiv.de | Telefon: 030 – 616 710 57 | fundus@kostuemkollektiv.de

hidden treasures for humanity: Künstler/-innen versteigern ihre Werke für das Grundrecht auf Asyl

Hidden Treasures For Humanity ist eine neue Kunstauktionsplattform gegründet von dem Bühnen- und Kostümbildner Walter Schütze (siehe hier)

Auf dieser Plattform können Künstler*innen ihre Skizzen, Fotos, Kostümzeichnungen oder Entwurfszeichnungen eines Bühnenbildes oder andere Kunstwerke versteigern.

Sie verpflichten sich, den Erlös zu 100 Prozent an verschiedene Projekte oder NGOs zu spenden, die die IDEE EUROPA fördern, indem Sie das so entscheidende europäische GRUNDRECHT AUF ASYL verteidigen.

Ihr seid alle dazu eingeladen, diese ausgezeichnete Idee von Walter Schütze zu unterstützen und mitzumachen.

Petition an den deutschen Bundestag: Verlängerung und rechtssichere Ausgestaltung von Soforthilfen für Selbstständige

Petition 111001 Deutscher Bundestag

Mit dieser Petition können wir erreichen, dass wir Solo-Selbständige aus der Kultur- und Kunstwirtschaft den Corona-Lockdown existenziell überstehen.

Es ist eine Zumutung als freischaffender Künstler/-in wegen den mehr als eingeschränkten Verdienstmöglichkeiten einen Hartz IV Antrag auf Grundsicherung zu stellen.

Bitte unterzeichnet die Petition bis zum 25. Juni 2020 (siehe hier)

Verlängerung und rechtssichere Ausgestaltung von Soforthilfen für Solo-Selbständige und Kleinstunternehmer einheitlich für jedes Bundesland!!!

Text der Petition

Trotz guter Absichten kommen die Corona-Hilfen bei den Selbstständigen nicht an. Es braucht einen Neustart: Die Soforthilfen müssen verlängert, rechtssicher ausgestaltet und neben laufenden Betriebskosten auch die Lebenshaltung, Miete und Krankenversicherung als notwendige Ausgaben anerkannt werden. Nebenberufler darf man nicht ausschließen. Zudem müssen Selbstständige beim Wiederaufbau ihrer Unternehmen und ggf. ihrer Altersvorsorge durch bürokratie- und belastungsarme Jahre unterstützt werden.

Begründung

Zum Schutz der Gesamtbevölkerung wurden weitreichende Betätigungsverbote verhängt. Die Bundesregierung hat richtig erkannt, dass Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmer hiervon besonders betroffen sind und einen 50-Milliarden-Euro-Schutzschirm zugesagt.

Grundsätzlich sieht das Infektionsschutzgesetz bei Betätigungsverboten eine Entschädigung in Höhe des Einnahmeausfalls sowie die Übernahme weiterlaufender betrieblicher Kosten vor, der verursachte Schaden müsste also vollständig übernommen werden. Das ist nicht der Fall. Ziel muss es aber sein, dass Selbstständige durch die Corona-Krise nicht unverschuldet in Insolvenz gehen oder ihre Altersvorsorge aufbrauchen müssen. Und sie dürfen nicht durch die Form der Hilfen zu Bittstellern degradiert werden.

Die Bedingungen der aktuellen “Soforthilfen” unterscheiden sich je nach Bundesland und Zeitpunkt der Antragstellung erheblich. Die Rechtsunsicherheit ist so groß, dass viele Selbstständige bis heute keinen Antrag gestellt haben. Bei vielen wirken sich die Folgen der Corona-Krise zeitversetzt aus, aufgrund der zu kurzen Antragsfrist drohen sie leer auszugehen.

Zudem deckt die Soforthilfe nur die bei Solo-Selbstständigen typischerweise niedrigen laufenden Betriebskosten ab. Für ihre eigentlichen “Kosten”, nämlich für Lebenshaltung, Miete und Krankenversicherung, werden sie auf die Grundsicherung (“Hartz IV”) verwiesen. Die Zusage, hier auf eine Vermögensprüfung zu verzichten, wurde nicht eingehalten. Von den Selbstständigen, deren Einkommen zurzeit nicht ausreicht, um ihren Lebensunterhalt zu decken, hat deshalb nur jeder sechste Grundsicherung beantragt oder plant dies.

Vor diesem Hintergrund fordern wir einen Neustart in Form einer “Soforthilfe Plus”. Die Hilfen müssen verlängert werden und neben den Betriebskosten rückwirkend auch einen Unternehmerlohn berücksichtigen, der Lebenshaltung, Miete und Krankenversicherung mit abdeckt. Die Antragsbedingungen müssen eine Gleichbehandlung unabhängig von Bundesland und Antragszeitpunkt sicherstellen, es darf keinen Flickenteppich an branchenspezifischen Fördermaßnahmen geben. Die tatsächlichen betriebswirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdowns müssen Höhe und Dauer der Hilfen bestimmen. Die Auszahlung sollte einheitlich durch die Finanzämter erfolgen. Sie sind am besten in der Lage, Überzahlungen zu erkennen, zurückzufordern sowie Betrug zu verhindern.

Zudem braucht es ein langfristiges Konzept. Den Selbstständigen muss der Wiederaufbau ihrer Unternehmen und Altersvorsorge durch bürokratie- und belastungsarme Jahre ermöglicht werden. Unbedingt nötig ist angesichts der aktuellen hohen Verluste eine einkommensabhängige Bemessung der GKV-Beiträge für Selbstständige (wie bei Angestellten bei 450 Euro beginnend). Die geplante Altersvorsorgepflicht für Selbstständige soll auf neu gegründete Unternehmen beschränkt werden und erst nach drei Jahren greifen.

Zugleich muss der Staat von ihm beauftragten Selbstständigen endlich angemessene Honorare zahlen.

 

Kunst Kapelle Remplin: Ausstellung Spurensuche von Jakob Knapp

Am 13. Juni um 19.00 Uhr eröffnet die Ausstellung Spurensuche.

Über drei Etagen der kleinen barocken Kapelle zeigt Jakob Knapp ihre Arbeiten aus verschiedenen Jahren, Malerei, Grafik, Kleinplastik, Theaterarbeiten und Skizzen.

Mich hat dieser Ort extrem beeindruckt. Hier lebte die Enkelin eines russischen Zaren,
nach St. Petersburg war es nur ein Sprung. Auch Versailles, London, Berlin sind nur
einen Wimpernschlag entfernt. Die Handschriften großer Persönlichkeiten ziehen sich
durch die Landschaft Mecklenburgs wie ein geheimes Netz.
Er hat mich beeindruckt durch die übrig gebliebene Schönheit und durch die krassen und
hässlichen Wunden, die die jüngere Vergangenheit hier geschlagen hat.
Selbst das, was an Substanz überlebt hat schwindet so schnell, dass man fast zusehen kann.

Die Ausstellung wird eine Art Installation, die versucht, den Blick und die Gedanken auf die Schönheit und Eigenheit der Kapelle selbst zu lenken und auf den Ort, in den sie eingebunden ist.

Zeit: Die Ausstellung läuft vom 14. Juni bis 12. September von 11:00 – 18:00 Uhr

Ort: Kunst Kapelle Remplin, Schloßstraße 15 in 17139 Remplin

Hier mehr Informationen zu der Kunstkapelle Remplin und dem Kulturprogramm.

Berlin: Kostüm Kollektiv • Gründung einer Textilwerkstatt

Das Kostüm Kollektiv gründet

UNSERE GEMEINSAME TEXTILWERKSTATT IM HAUS DER MATERIALISIERUNG

Es ist soweit! Wir gründen eine Textilwerkstatt im Haus der Materialisierung am Alexanderplatz!

Damit wird das Kostümkollektiv Teil der Organisationen und Initiativen, die sich auf dem Gelände vom Haus der Statistik mit zirkulärem Wirtschaften befassen, mit Upcycling, Reparatur, ökologischer Materialforschung, Ecodesign und anderen Aspekten einer zukunftsfähigen, ressourcenschonenden Wirtschaft.

Für unsere ständig laufenden Reparaturen an Kostümen haben wir dort mehr Platz. Und um den Fundus wieder leichter durchschaubar zu machen, schaffen wir hier eine kleine Filiale für die Kinderkleidung und besonders große Kostüme, wie z.B. das Upcycling-Monster und das gerupfte Suppenhuhn. Unser Partner ist der Textilhafen von der Berliner Stadtmission. Gemeinsam teilen wir uns den Raum und die Ressourcen.

Doch bevor es richtig losgehen kann, renovieren wir jetzt den Raum und richten ein. Hierfür benötigen wir Eure Hilfe!

 

SUBBOTNIKS – UNBEZAHLTER ARBEITSEINSATZ

Werde Held*in für die Textilwerkstatt im Haus der Materialisierung! Schenk uns Deine Hilfe und wir schenken Dir eine zeitentsprechend kostenfreie Arbeitsplatznutzung in der Werkstatt! Natürlich unter Einhaltung der notwendigen Corona-Schutzmaßnahmen. Nächste Woche geht es los:

  • Subbotniks: Jeden Mittwoch im Juni von 10 bis 14 Uhr
  • Erster Termin: Mittwoch, 3. Juni 2020 von 10 bis 14 Uhr
  • Haus der Materialisierung, Otto-Braun-Straße 70/72, 10178 Berlin: Zugang über Berolinastr. / Mollstr., hinter der „WERKSTATT“ vom Haus der Statistik
  • Anmeldung zwecks Koordinierung und Planung bitte bis Dienstag, 2. Juni, 13 Uhr an: fundus-werkstatt@kostuemkollektiv.de

Wer dieses Vorhaben unterstützen möchte findet hier mehr Informationen.