arte.tv: Der Herrenanzug – Uniform der Moderne

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Die Zeit vor dem 20. Jahrhundert

Geschichte schreiben

Der Herrenanzug – Uniform der Moderne

18 Minuten Beitrag

Verfügbar vom 10. April bis 06. Juli 2021

Die Geschichte des Anzugs mit Krawatte beginnt im späten 19. Jahrhundert und geht mit der Geschichte der Industrialisierung einher. Der Herrenanzug wird zum Zeichen für den wirtschaftlichen sowie sozialen Erfolg. Der Historiker Manuel Charpy erläutert, wie der Herrenanzug zur Uniform der Moderne wird und ganz neue soziale Kategorien hervorbringt.

Hier geht es zum Beitrag ”Der Herrenanzug – Uniform der Moderne” auf arte.tv.

arte.tv: Designer Mode aus der Tonne

33 Minuten

Verfügbar vom 05. April 2021 bis 04. Juli 2021

Die Reportage ”Designer Mode aus der Tonne” handelt von Altkleider und ihr Weg um die Welt und gibt einen Einblick in den weltweiten Modezirkus.

Eine Million Tonnen Textilien landen jährlich in Deutschland in dem Altkleider-Container. Ein Großteil der Second Hand Kleidung landet dann in Togo und diese werden dort von dem französischen Designer Amah Ayivi sortiert und nach besonderen Einzelstücke durchsucht. Die ausgewählten Kleidungsstücke werden neu zusammengestellt und als Designer-Mode zurück nach Europa, nach Paris gesendet, um dort verkauft zu werden.

Eine Reise von Second Hand Kleidung, die den Irrsinn der Modeindustrie verdeutlicht.

Hier geht es zu der Reportage ”Designer Mode aus der Tonne” auf arte-tv.

arte.tv: Fast Fashion – Die dunkle Welt der Billigmode

92 Minuten

Verfügbar vom 02. März 2021 bis 06. Juni 2021

Die Reportage ”Fast Fashion” beleuchtet die gigantische Expansion der Modeindustrie.

”Fast Fashion” steht für erschwingliche Mode für alle und fordert ihren Preis wie etwa weltweit prekäre Beschäftigungsverhältnisse und einer besorgniserregenden Umweltbilanz.

56 Millionen Tonnen Kleidung werden von uns Konsumenten jährlich gekauft. Vier Millionen Tonnen Textilien wandern davon jährlich in die Mülltonnen. Ein Prozent der Altkleider werden recycelt.

Wer hält das Geschäftsmodell ”Fast Fashion” am Laufen?

Zu sehen auf arte.tv (siehe hier)

Günter Unterburger: Der Hut ist kein Kleidungsstück!

„Der Hut ist kein Kleidungsstück!“

Mit dieser Aussage präsentiert Günter Unterburger, Bildhauer und Künstler seine Hüte. Er untermauerte seine These mit einem Rückblick auf die Kulturgeschichte des Hutes.

Für ihn ist der Ursprung des Hutes bei den Naturvölkern zu finden, die Trophäen – insbesondere im Sinn einer Auszeichnung für eine geglückte Jagd – als Kopfschmuck trugen. Der Jäger präsentierte die Trophäe der von ihm erlegten Beute und führte durch diesen Ausweis seiner Geschicklichkeit vor Augen, welcher Status ihm innerhalb seiner Gemeinschaft gebührte. In vergleichbarer Form finden wir heute noch Trophäen wie z. B. den Gamsbart oder die Fasanenfeder als Anstecker an Hüten.

In religiösen Zusammenhängen kommt weniger körperliche Geschicklichkeit zum Tragen, als vielmehr eine geistige Haltung oder ein geistlicher Rang. Für das Erstere kann beispielsweise der Schtreimel der orthodoxen Juden erwähnt werden, für das Letztere unter anderem die Mitra, die der Papst bei repräsentativen Auftritten trägt.

Im Militärischen dient die Kopfbedeckung einer Uniformierung und lässt Hierarchien ablesen. Ähnliches gilt für das Personal von Luft- und Schifffahrtsgesellschaften sowie von verschiedenen anderen Dienstleistern.

Auch in der bürgerlichen Gesellschaft wurden und werden Hüte getragen, an denen der Status der Trägerin oder des Trägers abzulesen ist. Zylinder und Pillbox etwa zeigen die Zugehörigkeit zu einer gehobenen Gesellschaftsschicht an.

In unserem Jahrhundert spielen nun Basecaps eine große Rolle, und das weit über den Bereich des Sportfelds hinaus. Das Tragen dieser Mützen ist nicht schlicht aus praktischen Gründen zu erklären, sondern ist als Bekenntnis zu einer unisexen Sport- und Jugendkultur aufzufassen.

Hieraus leitet Günter Unterburger ab, dass das Tragen einer Kopfbedeckung eine Botschaft beinhaltet. Die Kopfbedeckung fungiert als Zeichen für einen gesellschaftlichen Status oder für eine Gruppenzugehörigkeit; sie ist gleichsam eine semantische Prothese.

Nach seinem Rückblick auf die Kulturgeschichte des Hutes verdeutlichte Günter Unterburger einige Folgerungen für seine eigenen Kreationen.

Bei manchen Modellen greift er bewusst auf Attribute aus dem tradierten Kanon zurück, welche die Trägerin oder den Träger hochherrschaftlich erscheinen lassen, wogegen andere den Kopf wie ein Schutzhelm umhüllen oder auf aerodynamische Formen zurückgreifen, wie sie bei Spoilern an hochtourigen Autos gebräuchlich sind. Wiederum andere lehnen sich an organische Vorbilder an, womit auch morphologische Fehlbildungen oder Auswüchse gemeint sein können.

Alle diese Hüte spielen mit einem Blick, der Zeichen und Abzeichen zu lesen gewohnt ist – aber sie können nie eindeutig entziffert werden. Sie lösen Assoziationen aus, ohne festlegen zu wollen, wohin diese führen. Mithin sind sie Transformatoren: Werden sie aufgesetzt, findet eine Verwandlung statt.

Und als solche Transformatoren besitzen Günter Unterburgers Hüte eine magische Wirkung.

 

 

 

 

Internationaler Tag des Hutes: Interview mit der Designerin Nada Quenzel: „Jeder kann Hut tragen”

Internationalen Tag des Hutes am 25. November 2020

Sebastian Thiel nimmt den „Internationalen Tag des Hutes” zum Anlass Nada Quenzel, Hut- und Fotodesignerin über ihre Lust am Hut und am Fotografieren, zu befragen.

Einen Hut zu tragen, was macht das mit einem Menschen?
Man fühlt sich anders, steht und geht anders. Ein Hut richtet einen auf. Als Fotografin sehe ich auch den optischen Effekt. Beim Auswählen von Porträtfotos nach Shootings bin ich oft verblüfft, wie ein Hut einen Menschen verwandelt. Manchmal wirkt das Model nur mit Hut komplett, ohne, irgendwie nackt und unvollendet. Auch die Wirkung der verschiedenen Hutformen ist unglaublich spannend.
Sie sind Fotografin und Hutdesignerin – eine ungewöhnliche Kombination.
Das stimmt, doch beide Metiers ergänzen sich wunderbar. Als Fotografin interessiert mich der Mensch, das Gesicht, die Persönlichkeit. Als Hutdesignerin beschäftige ich mich mit dem gleichen Thema auf anderer Ebene. Ein Porträtfoto erzählt von der Persönlichkeit eines Menschen. Das tut auch ein Hut. Und wenn ich Hüte designe, denke ich immer auch als Fotografin.
Was kam für Sie zuerst: die Fotografie oder das Hutdesign?
Vielleicht könnte man es besser so sagen: Beides ist aus einer gemeinsamen Wurzel gewachsen. Ich habe in Heiligendamm Produktdesign studiert. Dabei spielte die Fotografie eine wichtige Rolle. Die Hochschule ist vom Bauhaus geprägt. So bekam ich auch eine solide handwerkliche Basis gelegt. Nach dem Diplom habe ich neun Jahre als Fotodesignerin gearbeitet, bevor ich mich an die Hutmacherei herangetastet habe.
Was gab den Impuls?
Nun, die Fotografie hatte sich in den Jahren seit meinem Diplom im Jahr 2003 radikal verändert. Die Digitalisierung hat eine Bilderflut ausgelöst, in der das anspruchsvolle Bild untergeht. Ich wollte nicht einfach mitschwimmen. So habe ich nach neuen Formen der Verwirklichung als Produktdesignerin gesucht. Ich hatte auch Lust, wieder mehr mit meinen Händen zu arbeiten, anstatt immer nur Pixel zu schieben.
Und warum Hutmacherei?
Der Hut faszinierte mich, weil er mir als Designerin so ein unglaublich breites Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Außerdem wollte ich wissen, ob es möglich ist, ihn aus den Vitrinen zurück in den Alltag zu bringen. War der Hut wirklich nur noch als Accessoire für Exzentriker zu gebrauchen? Könnte er nicht viel mehr sein? Diese Fragen beschäftigten mich. Und dann habe ich mich in das Thema gestürzt. Das war etwa 2012.
Kein Handwerk ohne Meister. Wer hat Sie in der Kunst der Hutmacherei unterwiesen?
Das war die erste Hürde! Es war schwer, jemanden zu finden, von dem ich lernen konnte. Das Handwerk war am Aussterben. Letztlich habe ich eine Hutmacherin mit Theaterhintergrund in Solingen gefunden, die mir das Basiswissen vermittelt hat – Materialien, Werkzeuge, Techniken – und den Mut damit kreativ zu sein.
Wie war das, zum ersten Mal einen selbstgefertigten Hut in den Händen zu halten?
Sehr beeindruckend! Meinen Erstling habe ich noch. Es ist ein schwarzer, eher androgyner Damen-Fedora. Ich war damals unheimlich stolz darauf. Heute würde ich ihn allerdings anders gestalten. Er ist eigentlich viel zu hoch. (lacht)
Wie entsteht eigentlich ein Hut?
So wie ich es praktiziere, ist das aufwändige Handarbeit. Am Anfang steht der Rohling, der sogenannte Hutstumpen. Das ist zunächst eine ziemlich formlose Haube. Der Stumpen wird auf dem Hutweiter erhitzt, bis er weich und formbar ist. Dann ziehe ich den Rohling auf eine Holzform auf, wo er trocknet und abkühlt. Anschließend nähe ich das Hutband ein. Das ist das Grundprinzip, das je nach Modell variiert. Im Durchschnitt sitze ich einen Tag an einem Hut.
NadaQuenzelHutdesign3©NadaQuenzel

NadaQuenzelHutdesign3©NadaQuenzel

NadaQuenzelHutdesign2©NadaQuenzel

NadaQuenzelHutdesign2©NadaQuenzel

Wie viele Modelle haben Sie im Repertoire?
Derzeit etwa 200. Der Gestaltungsspielraum ist schier unerschöpflich. Die Grundform, die Materialien, die Farbe, die Form der Krone – also des Kopfteils –, die Breite und Biegung des Randes, bei Kappen die Größe und Form des Schirmes: Damit kann man spielen. Charakteristisch für meine Hüte sind markante, klare Formen, die ihrem Träger eine Silhouette verleihen.
Welche Materialien setzen Sie ein?
Für Sommerhüte vor allem Stroh und Papiergarn auch Sisal und Parasisal, selten auch Bao – ein Garn aus den Fasern des Affenbrotbaumes – sowie Seegras. Für Winterhüte verwende ich nur feinsten Kaninchen-Haarfilz in den Qualitäten Glatthaar, Velours und Melousine. Haarfilz ist ein besonders edles und strapazierfähiges Material – sehr weich, schön warm und äußerst formstabil, außerdem auch wind- und wasserabweisend.
Sie arbeiten gern mit historischen Materialien.
Ja, das ist wirklich etwas Besonderes. Ich habe schon Hutstumpen aus den 1940er und 1950er Jahren verarbeitet. Solche Raritäten bekommt man nur selten in die Hände. Entsprechend schwer sind sie zu finden. Übrigens sind auch einige meiner hölzernen Hutformen sehr alt. Mich reizt die Möglichkeit, das traditionelle Handwerk in einen modernen Kontext zu setzen.
Was ist das Besondere an den alten Hutstumpen?
Beim Filz ist es oft die überragende Qualität, die Regelmäßigkeit, die seltene Farbigkeit. Beim Stroh sind teilweise sehr feine, sehr aufwendige Flechttechniken darunter, die schon lang nicht mehr praktiziert werden. Besondere Schätze in meinem Fundus sind antike Rohlinge für die weltberühmten Florentiner Hüte. Einzigartig an diesen Hüten war ihr Aufbau aus miteinander verkettelten Weizenborten. Solche Stumpen werden seit fast 70 Jahren nicht mehr hergestellt!
Sie beschäftigen sich derzeit mit Naturfarben.
Ja, dazu hat mich ein Besuch in Japan inspiriert. Dort gibt es eine sehr eindrucksvolle Tradition des Färbens mit Pflanzenfarben. Davon können wir viel lernen. Ich habe mit einer befreundeten Künstlerin schon einige sehr schöne Ergebnisse mit Avocado, roter Zwiebel und Hundskamille erzielt.
Was inspiriert Sie?
Das kann alles Mögliche sein. Ein alter Film, ein Gemälde, ein Anblick auf der Straße vor meinem Atelier, die Struktur oder Farbigkeit einer Fassade. Wenn ich unterwegs bin, versuche ich wachsam zu sein, Ideen sofort zu Papier zu bringen. Außerdem verfolge ich die führenden internationalen Modeevents sehr aufmerksam, wie die Fashion Weeks in Paris, London oder New York, und natürlich auch die London Hat Week – entweder vor Ort oder aus der Ferne.
Kommt der Hut zurück?
Klares Ja. Ich sehe heute auf der Straße deutlich mehr Hüte als noch vor zwei Jahren. Auch bei Messeauftritten spüre ich ein riesiges Interesse. Es gibt eine neue Lust daran, nicht nur eine neue Frisur zu tragen, sondern auch eine Kopfbedeckung. Der Hut legt gerade sein Image des Exzentrischen ab. Er wird wieder eine normale Möglichkeit, sich zu gestalten – neben Pullover, Schuhen oder Handtasche.
Welche Modelle sind derzeit besonders gefragt?
Sommerliche Strohhüte und Kappen sind generell am beliebtesten. Der Sommerhut ist für viele die erste Berührung in die Hutwelt. Bei den Winterhüten sind eher die klassischen Modelle gefragt – zurzeit werden interessanterweise gern Signalfarben wie feuerrot, royalblau oder goldgelb genommen. Das finde ich spannend. Es zeigt ein neues Selbstbewusstsein der Hutträgerinnen.
NadaQuenzelHutdesignLou©NadaQuenzel

NadaQuenzelHutdesignLou©NadaQuenzel

NadaQuenzelHutdesignJel©NadaQuenzel

NadaQuenzelHutdesignJel©NadaQuenzel

Kann jeder Mensch Hut tragen?
Natürlich. Wer gern Hut tragen möchte, wird auch einen finden, der zu ihm passt. Ich komme auf Messen immer wieder mit Frauen ins Gespräch, die behaupten, dass ihnen Hüte nicht stehen. Meistens zeigt sich, dass sie bislang einfach immer zum falschen Modell gegriffen haben. Viele tragen dann zum ersten Mal einen Hut, der ihnen steht. Das ist schon ein besonderer Moment.

Haben Sie auch Lust auf eine Kopfbedeckung bekommen?

Hier können Sie zu Nada Quenzel Kontakt aufnehmen.

Mund- und Nasenmaske: Nähanleitung und Nähaktionen für soziale Einrichtungen

Download (PDF, 303KB)

Durch die bundesweite Maskenpflicht für das öffentlichen Leben, gebe ich hier die Nähanleitung für die 15-Minuten Mund-und Nasenmaske des Kostümbildners Moritz Haakh weiter.

Moritz Haakh hat einen Prototyp erstellt und fotografiert und dazu die Nähanleitung gezeichnet. Wer also für sich und andere Stoffmasken nähen möchte, kann mit dieser einfachen Nähanleitung beginnen. Die PDF ist für den Download.

Auch möchte ich auf die Seite www.maskeauf.de hinweisen, die aufzeigt, dass aus einfachen Mitteln verschiedene Alltagsmasken hergestellt werden können.

Kochfeste Baumwollmaske selber nähen (sieh hier)

Maske aus einem T-Shirt (siehe hier)

Maske aus einem großen Baumwoll-Taschentuch (sieh hier)

In vielen Einrichtungen fehlen momentan Masken, die bei Mitarbeiter*innen und Bewohner*innen helfen können, das Übertragungsrisiko von Covid-19 zu verringern. Wer gerne Baumwollmasken herstellen und spenden will, kann auf die Seite www.maskmaker.de gehen und sich als Maskmaker registrieren und für einen Masktaker d.h. eine registrierte Einrichtung, Masken nähen und an diese versenden.

Die Seite www.stayhomeandsew.de koordiniert auch den Bedarf an Masken für soziale Einrichtungen und auf dieser Seite gibt es eine Schritt für Schritt Anleitung für die Herstellung einer Mund-und Nasenmaske.

arte.tv: Rituale der Welt

Der Tanz mit dem Feuer in Papua-Neuguinea

27 Min.

Verfügbar vom 27/01/2020 bis 02/04/2020

In den dicht bewaldeten Berggebieten der Gazelle-Halbinsel in Papua-Neuguinea leben die Baining. Im Dschungel begleitet Anne-Sylvie Malbrancke die Vorbereitungen zu einem ganz besonderen Ritual: dem Feuertanz. Maskierte Stammesmitglieder führen ihn auf, um ihre Überlegenheit über die Natur zum Ausdruck zu bringen.

Hier geht es zu der Dokumentation

IndienDas Fest der Farben

27 Min.

Verfügbar vom 31/01/2020 bis 06/04/2020

Die Anthropologin Anne-Sylvie Malbrancke ist diesmal in Indien, um ein außergewöhnliches Ritual mitzuerleben: das Farbenfest Holi. Pulverwolken in allen Farben lassen die Schranken zwischen den Menschen verschwinden, ganz egal, welcher Kaste, welcher Hautfarbe oder welchem Glauben sie angehören. Das ganze Land verfällt in einen ausgelassenen Freudentaumel …

Hier geht es zu der Dokumentation

Camargue – Wallfahrt der Hoffnung

26 Min.

Verfügbar vom 28/01/2020 bis 03/04/2020

Die Anthropologin Anne-Sylvie Malbrancke lädt ein, eindrucksvolle rituelle Zeremonien unserer menschlichen Kultur hautnah mitzuerleben. In dieser Folge: Jedes Jahr am 24. Mai pilgern Sinti und Roma aus allen Teilen Europas nach Saintes-Maries-de-la-Mer, um ein großes Fest zu feiern. Dieser Tag gehört der dunkelhäutigen Schutzpatronin der Sinti und Roma, der heiligen Sara.

Hier geht es zu der Dokumentation

 

arte.tv: Die Welt der Mode

Sehenswerte Beiträge über drei verschiedene Modedesigner.

Die Zeichnungen des Yves Saint Laurent

Zu sehen auf arte.tv vom 15. September bis 21. Oktober 2019 (siehe hier)

Das Testament des Alexander Mc Queen

Zu sehen auf arte.tv vom 08. September bis 29. Oktober 2019 (siehe hier)

Dries van Noten – Der flämische Meister der Mode

Zu sehen auf arte.tv vom 19. September bis 18. Oktober 2019 (siehe hier)

arte.tv: Kiew • Maidan – Die Kunst und die Revolution

In der Dokumentation Maidan – Die Kunst der Revolution erhalten Sie einen Einblick über eine kreative und künstlerisch initiierte Protestbewegung, die im November 2013 auf dem Kiewer Maidan – Platz der Unabhängigkeit begann und im Februar 2014 dort auch eskalierte, indem über 100 Menschen durch Gewalt zu Tode kamen. Diese Revolution wurde von Anfang an von künstlerischen Aktionen, organisierten Performances und Musikhappenings in Bewegung gehalten und forderte die Bevölkerung dazu auf, sich an den künstlerischen Aktionen zu beteiligen. Es entstand eine Form der „Protest-Volkskunst”, die Gegenstände des Widerstands wie Molotowcocktails, Schutzschilde, Schutzhelme, Katapulte und Rüstungen selber herstellten und künstlerisch gestalteten. 

Im April 2014 eröffnete die Ausstellung I AM A DROP IN THE OCEAN – ART OF THE UKRAINIAN REVOLUTION in Wien, in der sowohl die Objekte, Grafiken und Plakate der Protestbewegung ausgestellt wurden als auch der Kunst-Kitsch aus der protzigen Villa des gestürzten und geflüchteten Viktor Janukowitsch.

Die Dokumentation Maidan – Die Kunst der Revolution ist bis zum 23. August 2019 auf arte.tv abrufbar (siehe hier)

Kooperation: Die Messe Berlin führte ein Interview mit dem Kostümforum

 

Im Zusammenhang der internationale Fachmesse für Theater-, Film- und Veranstaltungstechnik Stage|Set|Scenery, die in Berlin vom 18. – 20. Juni 2019 stattfinden wird, traf sich die Messe Berlin in einem Interview mit der Administratorin des Kostümforums. Das Interview ist der Auftakt zu einer Kooperation und einem fachlichen Austausch.

1. Wie kamen Sie auf die Idee, mit Ihrer Website www.kostuemforum.de ein Forum speziell für Kostümbildner/-innen und Kostümschaffende zu schaffen?
Die Idee ein Forum und einen Blog für Kostümbildner/-innen und Kostümschaffende aufzubauen, entwickelte sich, als ich Dozentin im Studiengang Kostümbild an der UdK Berlin war. In der Zeit von 2005 bis 2011 gehörte ich zu dem Gremium, das sowohl die eingereichten Mappen von Studienbewerber/-innen sichtete, um eine Auswahl für die Aufnahmeprüfung zu treffen als auch die Diplomausstellungen der Absolventen/-innen zu beurteilen. Mich hat es sehr beeindruckt, mit wie viel Begeisterung und Krafteinsatz junge Menschen in dieses künstlerische und anspruchsvolle Kostümbild-Studium einstiegen, parallel auch schon am Theater und beim Film/TV arbeiteten und ich den Eindruck hatte, dass nach diesem fünf-jährigen Studium die Studierenden befähigt waren, ihre ersten Kostümbilder für die Bühnen Deutschlands zu realisieren.

Doch die Aussichten mit diesem abgeschlossenen Hochschulstudium eine tragfähige Existenz aufzubauen, sind bis heute nicht gegeben. Arbeit für einen Kostümbildner gibt es ausreichend, nur schwirrt in den Köpfen der Auftraggeber und Produktionsfirmen immer noch der ausbeuterische Slogan ”No Budget, Low Budget” und dies macht sich ganz besonders bei den künstlerischen Berufen bemerkbar und leider immer noch bei den hochqualifizierten Kostümbildner/-innen. Somit sollten auf dem Blog bezahlte Arbeitsangebote für Kostüm-bildner/-innen und Kostümschaffende veröffentlicht werden und mein Anliegen war, meine Leserschaft für kulturpolitische Themen zu sensibilisieren.

Während der Studienzeit erlernt ein Kostümbild-Student sein künstlerisches und textil-verarbeitendes Handwerk, um seine Kostümentwürfe realisieren zu können. Dies ist die Voraussetzung mit den Kostümschaffenden der Kostümabteilungen an den Theatern kreative Arbeitsprozesse in Gang zu setzen. Ich persönlich freue mich immer auf die Zusammenarbeit mit den Werkstätten und schätze alle handwerklichen Abteilungen, die an der Realisierung meiner Kostümbild-Entwürfe beteiligt sind.

Mit Kostümschaffenden zusammen zu arbeiten, ist für mich ein Geschenk und ich empfinde eine großen Wertschätzung für ihr Können und ihre Erfahrung. Ein Kostümbildner muss diese Synergie im Produktionsprozess mit den Kostümschaffenden herstellen und dies ist der Grund, warum das Kostümforum auch alle Gewerke der Kostümherstellung anspricht und sie dazu einlädt, Mitglied zu werden.

2. www.kostuemforum.de bietet zahlreiche Möglichkeiten für den Gedanken- und Informationsaustausch rund um das Thema Kostüm an. Welches sind die Themen, die Ihre 370 Mitglieder aktuell am meisten beschäftigen?
Als Administratorin des Kostümforums kann ich im Backend eine statistische Auswertung der Aktivitäten meiner Besucher einsehen. Das Kostümforum wird durchschnittlich 300 mal am Tag besucht und es zeigt sich, dass auf dem Blog zum einen das Register mit den veröffentlichten Blog-Einträgen und alle Links zu Hochschulen, zu Kostüm- und Modegeschichte, zu Medien und Messen und zu Museen etc. eingesehen werden zum anderen die aktuellen Termine, die auf interessante Ausstellungen für Kostümbildner/-innen hinweisen und die Arbeitsangebote für Kostümbild-Assistenten/-innen.
Der meist gelesene Artikel auf dem Blog ist Niccolò Machiavelli: „Der größte Feind der neuen Ordnung ist, wer aus der alten seine Vorteile zog“
In diesem Artikel geht es um die Bezahlung von Praktikanten an den Bühnen Deutschlands für einen Mindestlohn, der 2015 festgesetzt wurde. (siehe hier)

3. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Mitglied Ihres Forums zu werden?
Es gibt eine IT-technische Voraussetzung und damit verbundene inhaltliche Voraussetzung, um Mitglied auf dem Kostümforum zu werden. Die IT-technische Voraussetzung ist die Registrierung mit kurzen Angaben zu dem eigenen Berufsprofil. Dies ist wichtig, um Spammer/Spammails auszuschließen. Durch die Registrierung erhält das Mitglied ein eigenes Benutzerkonto, dass er/sie selbst verwalten kann. Als Administratorin kann ich das Berufsprofil einsehen und das Mitglied in die jeweilige dafür eingerichtete Berufsgruppe einladen. Jedes Mitglied kann Nachrichten in seinem Benutzerkonto veröffentlichen und Kontakte zu Kollegen oder Kostümschaffende aufnehmen, in dem er eine private Nachricht versendet. Auch besteht die Möglichkeit eine eigene Gruppe für ein spezielles Thema zu gründen und zum Wissensaustausch einzuladen.

4. Die Stage|Set|Scenery kooperiert seit 2017 auch mit der Gesellschaft der Theaterkostümschaffenden e.V. (GTKos) und dem Bund der Szenografen e.V. Wo sehen Sie hier Schnittmengen, wo Unterschiede zu Ihrer Arbeit?
Die GTKos e.V. und das Kostümforum hatten sich in etwa zeitgleich aufgestellt und auf der Messe in Berlin 2011 fanden die ersten Kooperationsgespräche zwischen Kostümbildner/-innen und den Kostümschaffenden statt. Aus den Gesprächen hatte sich ergeben, dass viele festangestellte Kostümschaffende auch als freischaffende Kostümbildner/-innen arbeiten. Die Initiative für den fachlichen Austausch der GTKos e.V. mit allen Kostüm-Gewerke, die an den Theatern angesiedelt sind, ist in vielerlei Hinsicht zukunftsweisend und intelligent. Bemerkenswert finde ich die Wissensvermittlung und den Erfahrungsaustausch innerhalb der Netzwerkstruktur und den Austausch und die Weitergabe von Ressourcen.

Viele meiner veröffentlichten Arbeitsangebote für Kostümassistenten/-innen auf dem Blog des Kostümforums kommen von der GTKos e.V. und ich habe eine Anlaufstelle für fachliche Fragen, die sich aus Produktions-zusammenhängen ergeben.

Der Bund der Szenografen e.V. hatte sich 2013 in seiner Vorstandsbesetzung neu formiert, um dem damals aufkommenden Umsatzsteuer-Wirrwarr der Finanzämter von 7% auf 19% für freischaffende Bühnen- und Kostümbildner entgegenzuwirken. Dieser Anlass war der zündende Funke, sich mit allen Theaterschaffenden und ihren Verbänden zu vernetzten und zu solidarisieren, um sich für angemessene Arbeitsbedingungen und Honorierung einzusetzen und gemeinsam die deutsche Theaterlandschaft zu reformieren.

5. Inwieweit kann eine Messe wie die Stage|Set|Scenery aus Ihrer Sicht dazu beitragen, die Interessen der Kostümbildner/innen und Kostümschaffenden in der Öffentlichkeit bekannt zu machen?
Da die GTKos e.V. regelmäßig ihre Kostümschaffendentagung auf der StageISetIScenery veranstaltet und der Bund der Szenografen e.V. mit einem Informationsstand für Bühnen- und Kostümbildner/-innen präsent sein wird, wäre dies ja die beste Voraussetzung miteinander ins Gespräch zu kommen, um diese Frage zu erörtern.

Mein Gedanke zu einer öffentlich wirksamen Aktion wäre eine im Vorfeld der Messe stattfindenden Forschungslaboratorium für professionelle Kostümbildner/-innen und Kostümschaffende. Eingaben für eine kreative Zusammenarbeit wären neue Materialien und Technologien, die von den Händlern und Firmen auf der Messe zur Verfügung gestellt werden. Gemeinsame Forschung, Wissensvermittlung, Experimente und improvisatorische Lösungsfindung könnte man audiovisuell begleiten. Die Ergebnisse in einer Präsentation zusammenfassen und auf der kommenden Messe vorstellen.
Dies wäre für mich ein Ansatz die künstlerischen und kreativen Arbeitsprozesse zwischen den Kostümbildner/-innen und den Kostümschaffenden mit neuen Materialien und Technologien auf der Messe der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Dieses Interview ist auf der Internetseite der Stage|Set|Scenery unter Fachbesucher erschienen. (siehe hier)

arte.tv: Let’s dance!

Die fünf Dokumentarfilme Let’s dance! zeigen die Entwicklung und die Besonderheiten des Tanzes vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute.
Tänzer und Choreographen aus aller Welt kommen zu Wort.

27.12.2018 – 21.02.2019: Let’s dance! Das ist spitze! Die Geschichte des Tanzes aus Sicht der Füße (siehe hier)

27.12.2018 – 21.02.2019: Let’s dance! Nackt!. Diese Folge setzt sich mit nackter Haut als künstlerischem Ausdrucksmittel im Tanz auseinander (siehe hier)

27.12.2018 – 21.02.2019: Let’s dance! Mein Körper gehört mir. Im zeitgenössischen Tanz sind oft auch beleibte, alte, missgestaltete oder transsexuelle Körper Teil der Inszenierung.(siehe hier)

27.12.2018 – 21.02.2019: Let’s dance! – Solo (siehe hier)

27.12.2018 – 21.02.2019: Let’s dance! – Zu zweit (siehe hier)

27.12.2018 – 21.02.2019: Let’s dance! – Alle auf die Bühne! (siehe hier)

arte.tv: Harris Tweed – Rückkehr einer Legende

15.12.2018 – 15.12.2019: Harris Tweed – Rückkehr einer Legende

Clò-Mòr, das große Tuch, wie Harris Tweed auf Gälisch heißt

Der Harris Tweed wird seit Jahrhunderten auf den Hebriden vor der Nordwestküste Schottlands in den Farben der Landschaft von Hand gewebt.

Clò-Mòr ist der Aristokrat unter den Tweed-Stoffen.

Hier geht es zu der Dokumentation.

arte.tv: Fashion Geek

Zehn Beiträge auf arte.tv über Kleidung, die mit dem 3-D-Drucker konzipiert oder von Mikroorganismen gewebt werden.
Designer und Ingenieure gehen ihren Visionen nach und zeigen zukunftsweisende Trends in der Mode.

Die Beiträge sind bis zum 4. September 2020 abrufbar.

01. Licht-Stickerei: Clara Daguin, Modedesignerin Paris (siehe hier)

02. Interaktive Tattoos: Cindy Hsin-Liu Kao, Forscherin Boston (siehe hier)

03. Virtuelle Silhouetten: Jacob Kok, Modedesigner Amsterdam (siehe hier)

04. Bio-Inspiriation: Ade Gil, Designerin New York (siehe hier)

05. Textile Hacker: Alice Gordant, Ingenieurin Paris (siehe hier)

06. Undisziplinierte Kleider: Gib Gao, Modedesignerin Montreal (siehe hier)

07. Ship im Schuh: Karim Oumnia, Unternehmer Nancy (siehe hier)

08. Bakterien-Designer: Jérémie Blache, Unternehmer Toulouse (siehe hier)

09. 100 % Menschenleder: Tina Gorjanc, Designerin London (siehe hier)

10. Interaktive Mode: Ade Gil, Designerin New York (siehe hier)