„The Cloud” geht auf die Prager Quadriennale

Der deutsche Beitrag auf der Prager Quadriennale 2015, eine raumfüllende Papierinstallation bestehend aus Beiträgen von 168 Bühnen- und Kostümbildner/-innen, die ihre Skizzen- und Bühnenfotos zur Verfügung gestellt haben.

„The Cloud” wird erstmals auf der Messe Stage/Set/Scenery in Berlin vom 9. – 11. Juni zu sehen sein. (siehe hier)

Danach wird die fragile Raumskulptur in Prag im Kafka Haus aufgebaut.

Prager Quadriennale
Weltausstellung für Bühne / Kostüme / Szenografie!
60 Länder – 50000 Besucher
Prag 18. – 28. Juni 2015

 

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It’s a remake!

It’s a remake! Freies Videoprojekt im Wintersemester 2010/11 unter der Leitung von Gastprofessorin Barbara Loreck
Studiengang Kostümbild, Universität der Künste Berlin.

remake als aktuelle Arbeitsweise und häufig angewandte künstlerische Strategie stand am Ausgangspunkt für das Videoprojekt mit Studierenden im Hauptstudium. Diese Strategie umfasst Formen des reenactments, des tableau vivant und verschiedene Spielformen zwischen Original, fake und Kopie, die alle eine wichtige Rolle für Choreographie, Performance und Theater heute spielen, neben der langen Tradition des Remakes im Kino.
Zwischen drei Filmen konnten die Studierenden für ihre praktische Arbeit wählen:

Sedmikrásky (Tausendschönchen) von Vera Chytilová, Tschechoslowakei 1966
Cléo de 5 à 7 (Cleo – Mittwoch zwischen 5 und 7) von Agnes Varda, Frankreich/Italien 1962
Vertigo von Alfred Hitchock, USA 1958

Alle drei Filme verbindet ihre ähnliche Entstehungszeit, ein die klassische Erzählkonventionen sprengender Umgang mit dem Element „Farbe“ sowie eine bzw. zwei junge Frauen als zentrale Figuren des Films.
Meine Auswahl war vor allem von meinem Interesse an dem Transformationsprozess getragen, der entsteht, wenn Studierende heute auf die weibliche Hauptfigur etwa ihren Alters blicken aus einer historischen und ästhetischen Distanz von etwa 50 Jahren. Mit welchen gestalterischen und narrativen Mitteln werden sie den Film ihrer Wahl in die Gegenwart holen? Wie reorganisiert die studentische Arbeit die genderspezifisch gelenkten Blicke und Identifikationsmuster? Welche kinemathographischen/narrativen Facetten wird ihre Replik auf das Original aufgreifen? Welchen Stellenwert erhält die Farbe bei Kostüm und Ausstattung?

Entstanden sind drei Kurzfilme, eine Videoinstallation und eine Fotoarbeit.

Die Beteiligten am Projekt:
Studierende: Claudio Aguirre, Marianne Heide, Charlotte Pistorius, Anna Söder, Rebekka Stange, Lisa Schwarz
Einführung Videoschnitt: Clarissa Thieme, Experimentelle Mediengestaltung UdK

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Sponsor des Monats: Kashmir Heritage

Wir freuen uns sehr, die Firma Kashmir Heritage als unseren ersten Sponsor vorstellen zu können.

Die in Amersfoort in den Niederlanden ansässige Firma Kashmir Heritage widmet sich seit 2008 dem Handel mit wertvollen Kashmir-Schals. Alle ihre Stücke sind in Handarbeit gefertigte Unikate. Wer einen solchen erwirbt, tritt zugleich in Beziehung zu einer jahrhundertalten Tradition.

Nathalie Cassée , die Inhaberin von Hashmir Heritage hat uns folgende Fotos zur Verfügung gestellt, um einen Eindruck davon zu vermitteln, wie ein hochwertiger Kashmir-Schal hergestellt wird und wie er aussieht. Diese beiden Fotos veranschaulichen die sogenannte Kani-Technik, bei der hölzerne Spulen mit Kashmir-Garn umwickelt zum Weben verwendet werden.

 

Manufaktur von Kashmir-Schals

Manufaktur von Kashmir-Schals


Handgewebter Kashmir-Schal

Handgewebter Kashmir-Schal


 
Das nächste Bild zeigt ein Beispiel für den sogenannten Ari-Schal, der sich durch reiche Stickerei in einer speziellen Ketten-Stich-Technik auszeichnet.
 
Bestickter Kashmir-Schal

Bestickter Kashmir-Schal


 
Außerdem möchten wir diese Gelegenheit wahrnehmen, um auf die Meesterlijk Designmesse hinzuweisen, die vom 24. September bis 2. Oktober 2011 in Amsterdam stattfindet auf der Kashmir Heritage mit einem Stand vertreten sein wird.

Textilgestaltung und Modedesign: „Fixierte Lebendigkeit“

Hinter dem Titel Fixierte Lebendigkeit verbirgt sich eine außergewöhnliche Kollektion von Kleidungsstücken, die Julia Hartmann und Katharina Pfeiffer gemeinsam in einem freien Projekt entwickelt haben.

Ihre Inspirationsquelle war die Auseinandersetzung mit den Metamorphosen von Lebewesen – und ihr Ziel: den flüchtigen Augenblick von Entwicklungs- und Verfallsstadien festhalten.

Briefing: Das Konservieren und Präparieren von Lebewesen. Lebewesen, die tot sind und doch lebendig aussehen, den zweiten Tod scheinbar noch vor sich haben: das fixierte Leben, makaber einerseits, kunstvoll andererseits.

Umsetzung: Wir haben Arbeitsweisen der Tierpräparation und -konservierung in Textilien und Mode übersetzt: Fossilien, Taxidermie, Insektensammlungen, Konservierung in Formaldehyd und das Archivieren für wissenschaftliche Zwecke. Wichtig war auf der einen Seite, die Stimmung festzuhalten, die beim Betrachten solcher Sammlungen entsteht: spannungsvoll – die Auseinandersetzung mit den toten Lebewesen … Auf der anderen Seite das Kunstwerk „Präpariertes Lebewesen“, das sich scheinbar zwischen Leben und Tod befindet. Diese Ambivalenz spiegelt sich in experimentellen Outfits. Entstanden ist eine gestalterische Arbeit, die sich zwischen Kunst und Mode bewegt.

Stimmungen: Transparenz des Nichts. Lebensgeschichten geschichtet. Zäher Widerstand der Form gegen die Auflösung. Aufgenadelt. Hinter Glas. Fixierte Lebendigkeit. Abgeworfene Körperhülle. Etwas in Form gebracht. Inneres Gerüst. Erstarrt. Stufenweiser Tod.

Julia Hartmann studierte Textildesign an der Kunstakademie Stuttgart und schloß 2011 mit dem Diplom ab. Sie lebt und arbeitet in Berlin.
Katharina Pfeiffer studierte Modedesign an der HS Pforzheim und schloß 2011 mit dem Bachelor ab. Sie lebt und arbeitet in Pforzheim.

„Fixierte Lebendigkeit“ – Video (siehe hier).






Berlin: Original und Kopie

Die Studierenden des Hauptstudiengangs Kostümbild der Universität der Künste Berlin bewegten sich in diesem Wintersemester 2011 in dem kulturgeschichtlichen Rahmen Europas des 16. bis 17. Jahrhunderts.

Der Fokus war dabei auf die Spanische Weltmacht gerichtet, die mit Kaiser Karl V., König von Spanien, ausgebaut, mit Philipp II., seinem Sohn konsolidiert, von Philipp IV., seinem Urenkel gehalten und mit Carlos II., seinem Ururenkel zu Ende ging.

Diese Generationsfolge der Habsburger Familiendynastie war maßgeblich an der politischen und religiösen Entwicklung der nachfolgenden 150 Jahre beteiligt. Ihre Herrschaft erstreckte sich über Spanien, Burgund, Italien, Österreich, Belgien, die Niederlande und die spanischen und portugisischen Kolonien in Amerika. Mit der Reformation sahen sie ihren Einflußbereich schwinden und gingen in Spanien und ihren besetzten Gebieten grausam gegen die sich bekennenden Protestanten vor. Die Inquisition war das ausführende und kontrollierende Organ für den katholischen Glauben mit dem Ziel eine katholische Universalmonarchie zu konstituieren. Dies spiegelte sich auch im spanischen Hofzeremoniell und in der spanischen Hofmode wieder, die in ganz Europa ihren Einfluss geltend machte. Die Menschen von Rang und Namen, in schwarzen steifen Materialien gekleidet, den Körper verbergend, zu geometrischen Formen stilisiert, wollen den Blick des Betrachters auf Hände und Haupt lenken.

Der Studiengang machte sich auf die kunstgeschichtliche Spurensuche dieser Epoche in das Museo Nacional del Prado nach Madrid auf.

Dort waren die Repräsentanten der vergangenen Spanischen Weltmacht zu finden, gemalt von ihren Zeitgenossinnen und Zeitgenossen Sofonisba Anguissola, Tizian, Alonso Sánchez Coello, Anthonis Mor, Velazquez und Juan Bautista Martinez del Mazo. Die großen Künstler hatten den Auftrag sie zu malen, um in den besetzten Gebieten und den spanischen Kolonien, wenn nicht körperlich so doch als Abbild präsent zu sein.

Es entstanden Skizzen und Zeichnungen, um der portraitierten Person, der Haltung des Körpers, seiner höfischen Kleidung und den die Figur umgebenden Raum im Bild näher zu kommen.

Mit diesen Forschungsergebnissen gingen die Studenten in die Entwurfsphase, um nach den Originalen eine eigenständige Übersetzung zu erarbeiten.

Während der Realisierungsphase entstanden individuelle Konzepte, die in all ihren Ansätzen Neuschöpfungen sind und in einer Fotoserie vom Fotografen Bert Loewenherz dokumentiert wurden.

Entwurf und Realisation
Julia Denzel, Kerstin Grieshaber, Marie Jaksch, Sophie Klebba, Nora Ligus, Anne-Marie Miene, Thekla Onken, Lea Reusse, Carolin-Marietta Schogs, Hsin-Hwuei Tseng

Leitung: Florence von Gerkan, Dramaturgie: Antje Kaiser, Entwurfsbetreuung: Andrea Riedel, Gewandmeisterin: Barbara Carbonell, Maskenbild-Betreuung: Pedro Rubio Caceres, Technik und Licht: Adel Gamehdar, Assistent: Konstantin Antelmann

Darsteller: Konstantin Antelmann, Camille von Gerkan, Martha Kasianova, Linn Reusse, Julia Schumann und Vladimir

Fotos: Bert Loewenherz

Margarita Teresa von Spanien

Margarita Teresa von Spanien

Weitere Fotos sind hier als PDF veröffentlicht.

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